Sprechen heißt antworten.

Wenn Sie gelegentlich Reden mit Skript halten, ist dieser Leitsatz Gold wert.

Die Gefahr, dass Ihre Rede abgelesen und wenig ansprechend klingt, ist nämlich ziemlich groß.

Das bekommen Sie in den Griff, wenn Sie sich bei jedem Satz klarmachen: Alles, was Sie sagen, ist eine Antwort auf eine Frage, die Ihre Zuhörer haben könnten. Dadurch kommen Sie von ganz allein wieder in Kontakt mit Ihrem Publikum. Und Ihre Rede wird das, was sie sein soll: Ein Dialog.

Räuspern

Räuspern ist eine tolle Sache, eine natürliche Reinigungsfunktion des Körpers.

Wenn Sie z.B. den berühmten Krümel in der Tröte haben, oder eine dicke Erkältung, ist Räuspern das Mittel der Wahl.

Wenn Sie aber vor dem Sprechen einfach nochmal prophylaktisch durchwischen wollen und deshalb räuspern, sollten Sie sich das abgewöhnen. Denn Räuspern produziert Schleim auf den Stimmbändern. Und der macht sich durch einen belegten Stimmklang bemerkbar und provoziert meist noch weitere Räusperer.

Sorgen Sie besser im Vorfeld dafür, dass Ihr Wasserhaushalt stimmt und trinken Sie kurz vor dem Sprechen zusätzlich noch einen Schluck Wasser.

Eine falsche Betonung ist ein nicht gedachter Gedanke.

Eigentlich ist es selbstverständlich, dass wir wissen, was wir sagen. Eigentlich. Denn sobald ein Skript oder ein Redekonzept im Spiel ist, sieht das oft ganz anders aus. Da machen die Betonungen manchmal, was sie wollen und entstellen den Sinn.
Damit Sie wieder selbst bestimmen, wo eine Betonung stattfindet, sprechen Sie einige Male den Satz: „Ich glaube, dass Sie das schaffen.“ Betonen Sie dabei immer ein anderes Wort und nehmen Sie bewusst wahr wie sich der Sinn des Satzes verändert. Also: „ICH glaube, dass Sie das schaffen.“ „Ich GLAUBE, dass Sie…“ „Ich glaube, DASS Sie…“ usw.

Wie wirkt Ihr Sprechen eigentlich auf andere??

Die eigene Wirkung einschätzen zu können ist äußerst hifreich. Fragen Sie also 3 Menschen aus Ihrem Umfeld nach deren Wahrnehmung und bitten Sie sie um ein Feedback. Klar, konkret und konstruktiv soll es sein. Nehmen Sie Ihr eigenes Sprechen auf – z.B. mit dem Handy – und vergleichen Sie Ihre Wahrnehmnung mit der der anderen. Arbeiten Sie an dem, was Ihnen sinnvoll erscheint.

Warum machen die nicht, was ich sage!?

Weil der Ton die Musik macht. Wenn nämlich das, was Sie sagen, nicht zu dem passt, was Ihre Stimme und Ihre Körpersprache ausdrücken, schenkt man Ihren Worten keinen Glauben. Nehmen Sie also Ihren Stimmklang und Ihren Körperausdruck bewusst wahr und sorgen Sie für Kongruenz.

Da bleibt mir die Luft weg!

Wenn Sie dieses Gefühl kennen, hilft die Bauchatmung, d.h. der Bauch wird dicker, wenn Sie einatmen. Genau wie beim Luftballon, der weitet sich auch, wenn er aufgepumpt wird.

Legen Sie eine Hand auf den Bauch und lassen Sie durch die leicht gespitzten Lippen die Luft einströmen, dabei wölbt sich der Bauch nach außen.
Dann lassen Sie die Luft wieder raus und der Bauch wird wieder flacher. Eine Minute reicht schon.

Die Bauchatmung ist übrigens hervorragend zum Entstressen geeignet!

Zu hohe Stimmen wirken oft unsicher. So finde Sie zu Ihrer natürlichen Stimmlage zurück:

  1. Summen Sie ein paar Mal ein dunkles, wohliges „mmmhhh“ und denken Sie dabei an was Leckeres. Spüren Sie dabei die leichten Vibrationen im Brustkorb. Sprechen Sie dann ein paar Sätze in diesem „Brustton der Überzeugung.
  2. Lesen Sie einen Text. Beginnen Sie jeden Satz in der Stimmlage, in der Sie den vorigen Satz beendet haben. Und schon klingt die Stimme tiefer.
  3. Sagen Sie einige Male möglichst gelangweilt „Och nööö…“. Dabei rutscht die Stimme automatisch nach unten. Suchen Sie diese Lage immer wieder auf.

Drei Tricks für mehr Überzeugungskraft:

  1. Stellen Sie weniger Fragen. Also nicht:“ Können Sie mir bitte die Unterlagen raussuchen?“ sondern: „Bitte suchen Sie mir die Unterlagen raus.“
  2. Gehen Sie sparsam mit Wörtern wie „vielleicht“, „ganz kurz“, „möglicherweise“ usw. um. Die nehmen Ihrer Rede die Kraft.
  3. Halten Sie Blickkontakt beim Sprechen.

Gut verständlich sprechen mit Maske.

Das ist wirklich eine kleine Herausforderung : )
Mit der 30-20-10-Formel klappt es aber in der Regel sehr gut.
Machen Sie sich kurz bewusst, wie laut und wie deutlich Sie normalerweise ohne Maske sprechen und wie Sie dabei Ihre Körpersprache (Mimik und Gestik) nutzen. Wenn Sie beim Sprechen eine Maske tragen und trotzdem auf Anhieb verstanden werden wollen, verstärken Sie die Intensitäten wie folgt:

  1. Lautstärke + 30%
  2. Deutlichkeit + 20%
  3. Körpersprache + 10%

Bleiben Sie gesund!

Gekonnt kontern.

Sie haben da diesen Menschen in Ihrer Umgebung, der gerne vor versammelter Mannschaft Scherze auf Ihre Kosten macht oder Sie provoziert?
Ihnen fällt immer erst hinterher ein, was Sie hätten antworten können?
Hier kommen meine drei Top-Tipps mit Erfolgsgarantie:

  1. Schweigen – und dabei den anderen mit dem Blick fixieren, bis er unruhig wird. Der Effekt ist großartig!
  2. Trocken antworten mit:“Ja, XY, der war’s jetzt.“
  3. Bei ganz Hartnäckigen reagieren Sie mit einem nachdenklichen:“ Ich frage mich gerade, was hier das Problem ist: Ihre Äußerung oder Sie.“

Keiner versteht mich!

Vielleicht sollten Sie versuchen, ein bisschen deutlicher zu sprechen?
Diese Übung hilft Ihnen dabei:
Legen Sie das mittlere Gelenk Ihres Daumens an die Unterkante der oberen Schneidezähne. Der Daumen ragt jetzt etwa zur Hälfte in den Mundraum, der Unterkiefer bleibt frei beweglich.

Sprechen Sie jetzt einen beliebigen Text so deutlich wie möglich (ja, das ist nicht leicht und klingt ziemlich…merkwürdig).
Dann nehmen Sie den Daumen wieder aus dem Mund und sprechen den gleichen Text nochmal.
Na, merken Sie was? Genau! Auf einmal geht’s ganz leicht…

Erkältet und trotzdem gut bei Stimme

  1. Trinken, trinken und nochmals trinken! Super ist natürlich Kräutertee (kein Kamillentee, der trocknet aus) und viel Wasser.
  2. Flüstern ist keine gute Idee, es belastet die Stimme. Besser ist es, entspannt und nicht zu laut zu sprechen.
  3. Milde(!) Halsbonbons helfen ebenfalls.

Gute Vorbereitung ist alles, auch beim Sprechen!

Und das Beste: Man kann sie ganz einfach in den Alltag einbauen (Mitbewohner sollten vielleicht vorher informiert werden ;-)).

  1. Nach dem Aufstehen: Kräftig recken, strecken, gähnen.
  2. Beim Frühstück: Wohlig kauen und genussvoll mit der Stimme hoch und runter rutschen (mmmh, lecker!).
  3. Im Auto: Aktivieren Sie Ihren Stimm-Motor, indem Sie die Lippen flattern lassen. Auch dabei gleitet die Stimme entspannt auf und ab.

Entspannt im Advent? Gerne!

Dabei hilft die Wechselatmung:

Halten Sie sich mit einem Finger das rechte Nasenloch zu und atmen Sie durch das linke Nasenloch ganz ruhig aus und wieder ein.

Dann halten Sie das linke Nasenloch zu und atmen Sie durch das rechte Nasenloch ebenfalls ganz ruhig aus und wieder ein.

Wiederholen Sie dies für 2-3 Minuten und achten Sie darauf, dass sich Ihre Bauchdecke dabei mit der Einatmung hebt und mit der Ausatmung senkt.

Fröhliche Weihnachten!

Der schon wieder!

Treffen Sie in Ihrem (beruflichen) Alltag auch immer mal wieder auf einen bestimmten Menschen, der Sie durch seine bloße Anwesenheit spontan auf die Palme bringen kann?
Würden Sie dann gerne souveräner mit der Situation umgehen?
Dann vergegenwärtigen Sie sich das nächste Mal die folgenden Leitgedanken. Sie werden staunen!

1. Wer gerade kommt,
ist gerade der Richtige.

2. Was gerade geschieht,
ist das einzige, das geschehen kann.

3. Der Zeitpunkt, wann es geschieht,
ist immer der richtige Zeitpunkt.

4. Vorbei ist vorbei.

Wenn es in der Kommunikation manchmal hakt:

Lass dir Zeit.
Frage dich, wie sich dein Gegenüber gerade fühlt.
Lass bei ihm, was du nicht haben willst.

Sind Sie auch manchmal so „verbissen“?

Dann haben Sie bestimmt eine gut ausgeprägte Kiefermuskulatur, das ist super zum Nüsse knacken :-).
Der Kiefermuskel ist übrigens im Verhältnis zu seiner Größe der stärkste Muskel im Körper!
Beim Sprechen kann ein fester Kiefer allerdings etwas hinderlich sein, denn nur bei einigermaßen lockerem Kiefer kann die Stimme klangvoll rauskommen und die Atmung entspannt hinein.
Massieren Sie einfach immer mal zwischendurch Ihre Kiefermuskeln:
Beißen Sie dafür zunächst ein paar Mal die Zähne zusammen und tasten dabei an den Wangen die Muskulatur. Dann öffnen Sie locker den Mund und legen die Zunge im Unterkiefer ab. In dieser Position können Sie nun mit den Fingern sehr gut die Kiefermuskeln durchkneten. So sorgen Sie für eine entspanntere und offene Sprechweise.

Richtig ist der Tod von gut.

Das gilt beim Kochen genauso wie beim Sprechen.
Wenn Sie „richtig“ kochen, also laut Rezept alles korrekt ausführen, fehlt häufig das „gewisse Etwas“. Das, was nur aus einem Gefühl für die Zutaten, aus der Wahrnehmung für Ihre Gäste und aus Ihrer Intuition heraus entstehen kann: Eine großartige Mahlzeit.
In der Kommunikation ist es ebenso: Regeln und Modelle sind interessant und mitunter sogar hilfreich. Wirklich gelungen ist Ihr Sprechen aber nur, wenn Sie auch die eben erwähnten „Zutaten“ einbringen: Wahrnehmung, Empathie und Intuition.

Versprecher

Viele Versprecher entstehen, wenn Sie beim Sprechen oder Lesen mit den Gedanken bzw. den Augen schon ein bisschen zu sehr bei dem sind, was Sie gleich erst sagen wollen.

Natürlich ist das Vorausschauen beim Sprechen wichtig, damit der gesamte Zusammenhang gewährleistet ist. Wenn Sie dem kommenden Satz aber mehr Aufmerksamkeit schenken als dem aktuellen, schieben sich in Ihre Rede einzelne Wörter oder Buchstaben, die im Moment noch gar nicht dran sind und Sie geraten ins Stocken und verhaspeln sich.

Fokussieren Sie also Ihre Konzentration mehr auf das, was gerade ansteht als auf das, was gleich kommt. Dadurch können Sie die Zahl Ihrer Versprecher deutlich senken.

Atmen ist wieder in.

Und das ist gut so, denn die Atmung ist weder esoterisch noch spooky, sondern einfach ein physiologischer Vorgang.

Ihre Atmung kann viel für Sie tun.

Zum Beispiel ist die Atmung das Mittel der Wahl, um innerhalb kürzester Zeit Stress abzubauen:

Atmen Sie ruhig in den Bauch ein und zählen Sie dabei in Gedanken.

Dann atmen Sie wieder aus und zählen dabei.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Ausatmung länger dauert als Ihre Einatmung, also z.B. atmen Sie auf 4 Zähler ein und auf 6-8 Zähler wieder aus.

Wiederholen Sie das 1-2 Minuten und Sie werden merken, wie Sie sich deutlich regenerieren.

Ihr Körper spricht mit. Immer.

Ihre Füße zeigen, wie Sie zu Ihrem Thema stehen, Ihre Gestik unterstreicht den Inhalt und Ihre Mimik transportiert den emotionalen Gehalt Ihrer Botschaft. Sie werden als kongruent wahrgenommen.

Zumindest, wenn alles gut läuft.

Wenn nicht, wird es schwierig, Ihre Zuhörer von Ihrer Kompetenz und Führungsstärke zu überzeugen.

Etwas Lampenfieber oder eine leichte Irritation können schon ausreichen, um die inhaltliche Kraft Ihrer Rede zu reduzieren. Sie kennen die Redner, die sinnfrei immer einen Schritt vor und einen zurück machen. Hier zeigt sich z.B. sehr schön der innere Widerstreit zwischen Zuwendungsimpuls und Fluchtimpuls. Denn wenn Körpersprache und Inhalt inkongruent sind, glauben wir, was der Körper sagt.

Üben Sie also Ihre Rede am besten vor dem Spiegel, überprüfen Sie so Ihre Wirkung, um unerwünschte Effekt zu vermeiden.

Wer gut artikuliert, kann seine Inhalte gut artikulieren

Hier kommt ein Klassiker für mehr Deutlichkeit in Ihrer Sprache:

„Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut.“

Dabei kommt es weniger darauf an, möglichst schnell zu sprechen, sondern wirklich ALLE Endkonsonanten sehr genau zu artikulieren (besonders bei „bleib-t“ und „un-d“!). Das „au“ sorgt dafür, dass Sie den Mund gut öffnen.

Diese Kombination aus Öffnung und Präzision ist ganz schön herausfordernd und bringt enorm viel für die Deutlichkeit Ihres Sprechens.

Viel Spaß :-)!

Mit weniger Wörtern schneller zum Ziel

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben ein Anliegen, bei dem Sie auf Unterstützung Ihrer Kollegen angewiesen sind. Sie erklären genau und umfangreich die Hintergründe, werben um Verständnis, legen Ihren Standpunkt dar, zeigen Verständnis für eventuelle Widersprüche, fragen nach und erreichen: Nichts. Oder viel weniger, als Sie eigentlich hofften.

Das ist sehr anstrengend und frustrierend.

Vielleicht vernebeln Ihre ganzen Bemühungen die Klarheit Ihrer Botschaft?

Versuchen Sie mal für sich, Ihre Kernaussage in 1-2 knappe Sätze zu packen. Also statt:“ Ich würde gerne das und das machen, dafür brauche ich den Raum, der steht aber voller Tische, ich kann die alleine nicht wegräumen, das sind wirklich viele, schwere Tische und da hab ich überlegt, man könnte vielleicht, ich hoffe, Sie verstehen das, aber wenn nicht, dann könnte man vielleicht…usw.“

„Die Tische müssen weg. Bitte informieren Sie das Gebäudemanagement.“

Ja, das klingt härter, aber vor allem wesentlich klarer. Zwischen diesen beiden Varianten haben Sie jede Menge Spielraum, um eine situativ angemessene Form zu finden.

Hinter der Faszination für Stimme liegt die Faszination für den Menschen. Ich freue mich auf Sie!

Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!