Mit den guten Vorsätzen ist das so eine Sache…

„Ach ja, EIGENTLICH wollte ich im neuen Jahr endlich mal meinen Schreibtisch aufräumen, mehr Sport treiben, schlagfertiger werden. Das ist mir wichtig. Aber ich mache es nicht.“

Warum ist das so?

Vorausgesetzt, Sie haben schon den passenden Weg gefunden, um Ihre Vorhaben umzusetzen, gibt es in der Regel nur einen Grund, warum Sie es doch nicht tun:

Sie haben Ihren ersten Schritt zu groß gewählt:

Wenn schon aufräumen, dann alles auf einmal, wenn schon Sport, dann jeden Tag, wenn schon schlagfertig, dann auch originell. Damit ist die Frustration vorprogrammiert.

Nehmen Sie sich nur eine Schublade vor, einmal pro Woche Sport, legen Sie sich eine kleine, banale Erwiderung zurecht, die Sie bei Bedarf anwenden können. Alles andere kommt nach.

Kleine Brötchen backen. Aber jeden Tag frische.

Was der Weihnachtsbaum für Ihre Atmung tun kann

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem großen, schönen Weihnachtsbaum mit vielen brennenden (echten!) Kerzen darauf. Machen Sie sich daran, diese Kerzen in aller Ruhe eine nach der anderen auszublasen. Nutzen Sie hierfür ein kleines, präzises „pf“. Wenn Sie dabei Ihre Hände in die Taille legen, spüren Sie sogar, wie sich Ihr Zwerchfelle für jedes „pf“ leicht anspannt (es zuckt jedesmal ein bisschen unter Ihren Händen).

Gehen wir von insgesamt 30 Kerzen aus.

Wenn Sie fertig sind, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Sie für jede Kerze wieder genügend Luft zur Verfügung hatten.

Ihr Zwerchfell hat nämlich nach jedem Pusten ganz von allein die abgegebene Luft wieder aufgefüllt! Diesen Effekt können Sie auch auf’s Sprechen übertragen. So geraten Sie nicht außer Atem.

Wie andere Sie hören

Viele Menschen sind überrascht, wie ihre Stimme klingt, wenn sie sie zum ersten Mal als Aufnahme hören. Der Grund dafür liegt darin, dass wir uns selbst während wir sprechen akustisch anders wahrnehmen, als unsere Zuhörer das tun. Die Zuhörer hören uns ausschließlich über die Schallwellen, wir als Sprechende hören zusätzlich noch Schwingungen über die sogenannte Knochenleitung. Und die transportiert überwiegend tiefere Töne.

So finden Sie heraus, wie andere Ihre Stimme hören:

Legen Sie sich während des Sprechens beide Hände so neben die Ohren, dass die kleinen Finger vor den Ohren am Kopf anliegen und die Handflächen nach hinten zeigen.

Sie werden feststellen, dass sich dadurch der Klang, den Sie von Ihrer Stimme wahrnehmen, verändert. Sie hören sich nun so, wie auch Ihre Zuhörer es tun (aber am besten machen Sie dieses kleine Experiment ohne Zuhörer, es könnte sie etwas verwirren ;-)).

Die Macht der Pause

Was tun Sie, wenn Sie andere unbedingt überzeugen wollen?

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen anderen auch: Sie bringen möglichst viele gute Argumente in kurzer Zeit, sprechen schneller als sonst und sicherheitshalber auch noch ein bisschen lauter und höher.

Aber der Erfolg Ihrer Bemühungen hält sich in Grenzen?

Das könnte daran liegen, dass Sie zu wenige Sprechpausen einlegen. Pausen bewirken, dass sich das, was Sie gerade gesagt haben, in den Köpfen Ihrer Zuhörer verankern kann. Erst in der Pause entfaltet das Gesagte seine volle Wirkung. So entstehen Bilder. So bekommt Ihre Aussage Bedeutung.

Aktivierend Sprechen

Wer spricht, will in der Regel etwas bewirken, etwas bewegen.

Das gelingt am besten, wenn Sie Ihrer Stimme erlauben, sich zu bewegen.

Das heißt also, raus aus der monotonen Sprechmelodie und übungshalber einfach mal die Höhen und Tiefen übertreiben. Vielleicht haben Sie Kinder, denen Sie etwas vorlesen. Das ist eine großartige Gelegenheit zu üben. Oder Sie hören sich bewusst ein paar Werbespots an und ahmen die SprecherInnen nach. Dabei finden Sie heraus, wie man z.B. Begeisterung oder Bedeutung hörbar machen kann. Übertragen Sie diese Sprecherfahrung (in geringerer Dosierung ;-)) in Ihrer Alltag.

Sommerpause!

Wer einschläft, darf auch ausschlafen.

Wer einatmet, darf auch ausatmen.

Ich wünsche Ihen einen wunderbaren, atemvollen und erholsamen Sommer. Wir sehen uns im September!

Das klingt gut!

Sprache besteht aus Konsonanten und Vokalen. Die Konsonanten geben dem Sprechen die Form, die Vokale geben dem Sprechen den Klang.

Wenn Sie die Tragfähigkeit und den Klang Ihrer Stimme steigern möchten, kommt es also auf die Vokale an:

Sprechen Sie ein paar Sätze (z.B. eine typische Begrüßung), indem Sie zunächst die Konsonanten stark betonen. Dabei werden Sie feststellen, dass Ihr Sprechen eher hart und gepresst klingt.

Dann sprechen Sie die gleichen Sätze, indem Sie bei allen Vokalen den Unterkiefer so weit wie möglich öffnen. Sie werden hören, dass Ihre Stimme nun viel offener und elastischer klingt und den Raum bis in die letzte Ecke füllen kann.

Sprechen heißt ausatmen.

„Ja klar!“, werden Sie jetzt vielleicht denken. Und natürlich atmen wir alle beim Sprechen aus. Aber viele Menschen halten gleichzeitig tendenziell die Luft an. Der Vorteil ist, dass Sie so beim Sprechen sehr wenig Luft verbrauchen. Allerdings ist auch der Stimmklang reduziert, die Stimme klingt eng, leise und hat wenig Tragfähigkeit. Auf der Wirkungsebene erzielen Sie so eher einen zurückgezogenen, wenig überzeugenden Eindruck.

Wenn Sie das ändern möchten, kann Ihnen folgende Übung dabei helfen:

Machen Sie beim Ausatmen ein entspanntes, wohliges „mmhhh“, einige Male hintereinander. Dann schließen Sie an das „mmhhh“ direkt ein Wort an, ohne Innehalten. Achten Sie dabei darauf, dass der Hals ganz weit auf bleibt.

Außerdem hilft es im Alltag hervorragend, wenn Sie einfach zwischendurch darauf achten, dass Sie regelmäßig und entspannt ein- und ausatmen.

„Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast. Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun! Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes – statt mehr vom gleichen Falschen!“ Paul Watzlawick

Wenn es in Ihrer Kommunikation immer wieder an der gleichen Stelle klemmt, lohnt es sich unbedingt, einen kleinen Aspekt zu verändern, um den Prozess wieder in Gang zu bringen.

Einfach mal ausprobieren!

„Wenn ich nur darf, wenn ich soll, und nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss.“

Dieser Ausspruch macht deutlich, was geschieht, wenn wir eine bestimmte Wortart zu häufig verwenden: ZWANGwörter.

Meist gehen wir ganz unbewusst damit um.

„Ich MUSS arbeiten, ich MUSS zur Sitzung, ich MUSS noch einkaufen.“

Klar, machmal müssen wir ja tatsächlich etwas Bestimmtes tun. Und die Alternative ist dann sicher nicht, statt „müssen“ einfach „dürfen“ zu sagen. Aber je häufiger wir Wörter wie „müssen“ oder „sollen“ benutzen, desto stärker erleben wir uns als fremdbestimmt und strahlen das auch auf andere aus. Gehen Sie also bewusst sparsam mit diesen Wörter um.

Sagen Sie z.B. statt „Ich MUSS zur Sitzung“ einfach „Ich gehe zur Sitzung“. Dann handelt es sich nicht mehr um einen Zwang sondern um eine Tatsache.

„Manchmal hab‘ ich…äh..Dingens…äh, ach ja!…WORTFINDUNGSSTÖRUNGEN! Genau!“

Ja, das kann vorkommen, ist aber leicht zu beheben.

Am häufigsten passiert das, wenn Sie sich beim Sprechen zu sehr beobachten. Wenn Sie die Wörter, die Ihnen spontan einfallen, ständig zensieren, weil Sie sie für nicht schön genug, für nicht treffend genug oder für nicht diplomatisch genug halten.

Dann gerät Ihr Sprachzentrum ins Stocken und damit auch Ihr Sprechen.

Probieren Sie also Ihre Rede einfach mal vorher aus und sprechen Sie ohne innere Zensur. Wenn Sie das Ganze aufnehmen, können Sie hinterher gut beurteilen, welche Wörter Sie tatsächlich besser nicht sagen sollten.

Vermutlich werden Sie staunen, wie wenige es sind.

Das habe ich doch gesagt!

Bestimmt haben Sie das. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Sie auch verstanden wurden.

Wir alle haben ja ständig 1000 Dinge im Kopf und das führt schon mal dazu, dass in der Kommunikation manches auf der Strecke bleibt.

Die Faustregel lautet:

Gesagt ist noch nicht gehört.

Gehört ist noch nicht verstanden.

Verstanden ist noch nicht einverstanden.

Einverstanden ist noch nicht getan.

Wenn sie also den Eindruck haben, dass Ihre Ansage keine Wirkung zeigt, dann finden Sie heraus, an welcher Stelle das Leck ist und handeln Sie entsprechend.

Viel Erfolg!

Ähm…ähh….

Nur eine durchgehend flüssige Rede ist eine gute Rede. Denkt man. Stimmt aber nicht.

Klar, wenn Sie in jedem Satz ein „ähm“ oder eine Verzögerung haben, wird das schnell nervig. Aber es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass gelegentliche, kleine Verzögerungen beim Sprechen die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöhen.

Warum?

Wenn Sie vor einem Wort kurz innehalten, es nochmal überdenken, gehen Ihre Zuhörer davon aus, dass Sie etwas Besonderes zu sagen haben. Etwas, das es wert ist, treffend formuliert zu werden. Sie sind also Ihren Inhalten zugewandt und ganz bei der Sache. Das überträgt sich auf Ihr Publikum.

Der ABER-Zauber.

ABER ist ein tolles Wort.
Es sorgt dafür, dass das, was Sie nach dem ABER sagen, größere Macht hat, als das, was Sie davor gesagt haben. Der Grund dafür ist simpel: Die Chronologie. Das, was Sie zuletzt sagen, ist einfach aktueller als das davor.

Überlegen sie also, was Ihnen gerade wichtig ist und was Sie erreichen wollen. Sprechen Sie die folgenden Sätze, deren Inhalt vollkommen indentisch ist: 1. „Ich glaube, dass Sie das schaffen, ABER es wird schwer.“ 2. „Es wird schwer, ABER ich glaube, dass Sie das schaffen.“ Merken Sie was?

Einen Standpunkt vertreten.

In der Regel meinen wir das inhaltlich, aber eigentlich ist das ein räumlich-körperlicher Begriff. Er weist darauf hin, dass ein guter Stand dabei hilft, Inhalte gut zu kommunizieren.

So finden Sie Ihren guten Stand-Punkt:

Stehen Sie ungefähr hüftbreit und parallel und drücken Sie die Beine durch. Dann lösen Sie langsam die Spannung in den Beinen, bis Ihre Kniescheiben wieder ein Stückchen runterrutschen. Jetzt sind Ihre Beine immer noch gerade, aber nicht mehr durchgedrückt. Nicht fest, sondern flexibel. Genau wie Ihr Denken.

Inspiration.

Ausatmen – Pause – Einatmen. Das Fachwort für Einatmen ist Inspiration.

Inspiration kommt, wenn wir nichts müssen, nichts sollen, nichts wollen. Stattdessen: Sein – Lassen – Tun.

Ich wünsche Ihnen allen eine geruhsame, inspirierende Sommerpause!

Reden fängt mit Zuhören an.

Sie haben ein wichtiges Telefonat vor sich, auf das Sie sich gut vorbereitet haben. Sie kennen Ihr Ziel, Ihre Argumente sind stichhaltig und der Aufbau logisch. Und dennoch scheitern Sie in diesem Gespräch. Warum?

Meist liegt es daran, dass Sie so sehr auf das Inhaltliche fokussiert sind, dass Sie Ihren Gesprächspartner vollkommen aus den Augen verlieren. Dabei können Sie schon an der Art, wie er seinen Namen sagt, erkennen, dass er gerade total gestresst ist.

Fahren Sie Ihre Antennen aus. Seien Sie im Wortsinne „hellhörig“. Dann spüren Sie sofort, in welcher Verfassung Ihr Gegenüber ist und können entsprechend agieren.

Sprechen ist kein Tauchgang.

Deshalb ist es keine gute Idee, vor dem Sprechen erstmal ganz tief Luft zu holen und dann loszulegen.
Denn damit setzen Sie Ihre Stimme im wahrsten Sinne des Wortes unter Druck. Dadurch wird sie höher, verliert an Resonanz und klingt gestresst.

Atmen Sie also lieber ganz entspannt ein und nutzen Sie die Sinnpausen in Ihrer Rede, um zwischendurch wieder etwas Luft aufzufüllen.

Kommen Sie zum Punkt!

Das meine ich wörtlich.
Wenn Sie Ihre Inhalte aneinanderreihen, als sei Ihre gesamte Rede ein einziger langer Satz, passiert Folgendes: Ihre Stimme wird immer höher, die Atmung gerät aus dem Lot, Sie haben keine Struktur mehr, niemand kann Ihnen folgen.

Machen Sie mal ein paar Pausen. Gehen Sie manchmal am Satzende mit der Stimme runter. Benutzen Sie weniger Wörter. Damit geben Sie Ihren Zuhörern die Chance, das, was Sie sagen, zu verarbeiten. Das ist für alle Beteiligten sehr angenehm!

Der letzte Eindruck bleibt.

„Ja,…das war’s jetzt eigentlich erstmal… soweit von meiner Seite…“

Wenn Sie Ihre Rede so indifferent auslaufen lassen, schaden Sie damit rückwirkend Ihrer gesamten Präsentation. Denn Sie hinterlassen Ihre Zuhörer in einer Ratlosigkeit, für die man Sie verantwortlich macht. Egal, wie gut Ihr Vortrag war.

Sorgen Sie also für ein klares Ende. Das kann eine Zusammenfassung sein, ein Ausblick, ein Appell. Am besten mit ein bisschen Leichtigkeit und Humor. So behält man Sie lange in guter Erinnerung.

Der erste Eindruck zählt.

Wenn Sie anfangen zu sprechen, entscheiden Ihre Zuhörer in Sekundenbruchteilen über Ihre Wirkung.

Vermeiden Sie einen Anfang, den wir alle schon 1000-fach gehört haben: „Guten Tag, mein Name ist…, ich freue mich sehr, Sie hier begrüßen zu dürfen…“ Das ist für unser Gehirn nämlich ein echter Abschaltfaktor.

Natürlich sollen Ihre Zuhörer wissen, wer Sie sind und was Sie können. Das verankert sich aber viel besser, wenn Sie einen überraschenden Einstieg wählen. Das kann eine kleine, persönliche Anekdote sein, ein Bezug zur allgemeinen Situation, eine scherzhafte Bemerkung. Oder Sie warten, bis 2 Sekunden völlige Stille herrscht. So gewinnen Sie die gesammelte Aufmerksamkeit.

Hinter der Faszination für Stimme liegt die Faszination für den Menschen. Ich freue mich auf Sie!

Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!